Lateinische Weisheiten

Lateinische Weisheiten, z.T. auch heute noch gebräuchlich
 
"Acti iucundi labores." - "Arbeiten sind angenehm, wenn sie getan sind."
[ Zitat des Cicero]

"Amor est pretiosior auro" - "Liebe ist kostbarer als Gold."
[Lateinische Weisheit von Cato maior]

"Alea iacta est" - "Die Würfel sind gefallen"
[ Spätestens seit Asterix ein Begrif ]

"Cogito, ergo sum." - "Ich denke also bin ich."
[Berühmtes Zitat René Descartes - Philosoph]

"Errare humanum est." - "Irren ist menschlich."
[Weiteres Zitat von Cicero]

"Quem di diligunt adulescens moritur. " - "Jung stirbt, wen die Götter lieben."
[Von Unbekannt]

"Aliena vitia in oculis habemus, a tergo nostra" - "Fremde Laster haben wir vor Augen, die unseren im Rücken."
[Ebenfalls von Unbekannt]

"Veni, vidi, vici." - "Ich kam, sah und siegte."
[DER Ausspruch Cäsars]

"Iniqua numquam regna perpetuo manent." - "Ungerechte Reiche währen niemals ewig."
[Zitat Seneca]

"Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi." - "Gerechtigkeit ist der beharrliche und dauernde Wille, jedem sein Recht zu geben."
[Von Ulpianus]

"Nam quod in iuventus non discitur, in matura aetate nescitur." - Was man in der Jugend nicht lernt, lernt man im Alter niemals. "
[Zitat Cassiodor. Heute im übertragenen Sinne noch gebräuchlicher Spruch]

"Ne sutor supra crepidam" - "Schuster geh nicht über die Sandale hinaus"
[Plinius d. Ä. - Heute abgeändert: Schuster bleib bei deinen Leisten]

"Nemo prudens punit, quia peccatum est, sed ne peccetur." - "Kein Kluger straft, weil gefehlt worden ist sondern damit in Zukunft nicht gefehlt werde."
[ Weiteres Zitat Seneca]

"Pessima tempora plurimae leges" - "In schlechtesten Zeiten gibt es die meisten Gesetze."
[Verfasser nicht bekannt]
 
Lateinische Weisheiten - lebendig, hilfreich, faszinierend
Zitatenschätze, die lateinische Weisheiten enthalten, lösen bei manchen Menschen zwiespältige Gefühle aus. Latein sei die Sprache der Angeber, eine unverständliche, verstaubte und gestelzte Wissenschafts- und Kirchensprache, heißt es zum Beispiel. Wer Latein redet, gilt oft als überklug. Streut man lateinische Weisheiten in einen Vortrag, einen Glückwunsch oder ein alltägliches Wortgefecht ein, gerät man schnell in den Verdacht, die Weisheit gepachtet zu haben. Missgünstige Zuhörer hoffen, dass man rasch mit seinem Latein am Ende ist, damit sie endlich selbst ihr "Latein" aufsagen können - oder gar ihr Angler-, Gärtner- oder Jägerlatein an den Mann oder die Frau bringen können. Lassen wir uns jedoch nicht beirren und erfreuen wir uns aufrichtig und von ganzem Herzen an der Klarheit und am Wohlklang der lateinischen Sprache.

Von anderer Seite hören wir, Latein sei eine "tote" Sprache, die längst kein Volk mehr spräche. Dabei lebt die lateinische Sprache in ihren romanischen Töchtern fort. Sie hat ihre Spuren im Wortschatz und Satzbau unserer Sprache hinterlassen. Wegen ihres systematischen Charakters ist sie der Schlüssel zum Erlernen vieler Fremdsprachen. Sie schult das logische Denkvermögen. Wissenschaftliche Begriffe in Chemie, Biologie, Medizin, Pharmazie, Zoologie und Botanik beruhen zu großen Teilen auf der lateinischen Sprache. Kaum ein Lateinlehrer klagt heute über zu wenige Schüler und Interessenten.

Doch hat, was für die Lebendigkeit der Sprache gilt, für ihre Zitatenschätze Gültigkeit? Haben überlieferte lateinische Weisheiten und Gedanken von Philosophen, Gelehrten und berühmten Persönlichkeiten für uns noch Bedeutung?

Cicero, Horaz, Ovid und wie sie alle hießen: sie kannten weder Raumfahrzeuge noch Internet. Jedoch ihre Weisheiten waren zeitlos - wenn zum größten Teil auch auf vergänglichem Papyrus festgehalten. Ihre Schätze wären für immer verloren, wären nicht unzählige rührige, bewahrende Hände am Werk gewesen, um die Worte kurz vor dem physikalischen Verfall immer wieder auf ein neues Medium zu übertragen. Auf diese wunderbare Weise sind lateinische Weisheiten in unserer Zeit angekommen. In einfachen und klaren Worten geben sie unserem eigenen Denken und Handeln Impulse. Hier und da stoßen sie kleine und größere Veränderungen an. Geben wir allem, was wir aus dem unerschöpflichen lateinischen Weisheitenschatz lernen können, großzügig Raum in unserem Leben.

Wenn heute auch der Ruhm der einstigen Weltsprache Latein als internationales Verständigungsmittel verblasst ist: Die wertvollen Worte ihrer Weisheiten sind noch lange nicht verklungen. Es lohnt sich, achtsam zu lauschen. Lateinische Weisheiten mit ihren faszinierenden Gedanken laden jeden dazu ein, sie zu genießen, zu nutzen und sein Leben damit zu bereichern.

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