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Gedichte zum Abschied

Bleib bei mir!
Geh nicht fort,
an einem fremden Ort!
Bleib hier bei mir,
ich brauche dich so sehr!


Wenn du gehst,...
werd ich sehr traurig sein,
werd ich dich sehr vermissen!
werd ich nicht mehr glücklich sein,
werd ich dich nicht mehr küssen!


Teil meines Herzens!
Du warst ein Teil meines Herz,
jetzt spüre ich dort nur noch den Schmerz!
Wir haben miteinander viel Zeit vebracht,
und oft zusammen gelacht!
Komm bitte zu mir zurück,
ich werde sonst noch ganz verrückt!


Ohne dich!
Ohne dich ist nichts so wie es mal war,
du bist fort,
an einem fremden Ort,
das wird mir jetzt erst klar!


Der Letzte Tag!
Der letzte Tag an dem ich dich sah,
ich kann es nicht fassen,
doch es ist wohl wahr,
wir sind nicht mehr zusammen!


Die ganze Nacht durch!
Ich warte die ganze Nacht,
habe mir Gedanken gemacht!
Ich liebe dich,
so sehr!


Ich steh unter Tränen,
kann mich nicht dagegen währen!
Du fehlst mir,
fehle ich auch dir?


Mein blutendes Herz!
Mein Herz ist voller Blut,
es hat viele Narben,
doch ich hoffe es geht dir gut,
ich möchte dich so gerne wieder bei mir haben!


Der Wolkenflug!
Wir haben gesagt, und kann keiner auseinander kriegen,
doch sie haben es geschafft,
sie haben uns auseinander gebracht!


Der Abschied!
Abschied heißt voneinander zu gehen,
sich vielleicht nie wieder zu sehen!
Abschied heißt Tränen zu vergießen,
und sich dann zu vermissen!

Ob Johann Wolfgang Goethe, Rainer Maria Rilke oder Ingeborg Bachmann, ob vor Jahrhunderten oder in unserer Zeit, immer beschäftigt den Dichter der Abschied.
Gedichte sind der Versuch, Momente festzuhalten. Es sind Augenblicksstimmungen, auch wenn Gedanken vieler Jahre und eine Summe von Erfahrungen eingeflossen sind – der Dichter schreibt das Gedicht jetzt. Indem er ein Gedicht schreibt, versucht er einen Anhalts-Punkt zu schaffen. Er versucht etwas Unmögliches mit jedem Gedicht.

Er weigert sich in geswisser Weise von diesem, diesem und schon wieder dem nächsten Augenblick Abschied zu nehmen. Er will in diesem einen kostbaren besonderen Moment bleiben. Er will in dieses eine Besondere einsinken. In den Fluß der Zeit wirft er ein Gedicht wie einen Kiesel, der einen Strudel bildet und sinkt. Er macht uns aufmerksam auf den einen Moment jetzt, wir verweilen mit ihm in seinem Gedicht. Wir folgen dem auf den Grund fallenden kleinen Stein. Wir nehmen dieses Jetzt wichtig wie er es wichtig genommen hat. Der Dichter verlangsamt uns und macht uns tiefer. Es ist im Gedicht selbst also Beides: ein Abschiednehmen von dem kostbaren Jetzmoment und die Weigerung Abschied zu nehmen, da er in Sprache festgehalten wird. Indem uns der Dichter in seinen einzigartigen Wortstrudel zieht, können wir den längst vergangenen Gedanken, die Stimmung, das Eine wiederholen.

Wir machen es aber durch unsere eigene Person gleichzeitig neu. Wir fügen unser Jetzt hinzu und so, wenn es ein gutes Gedicht ist, gelingt das Paradoxe – die Vergangenheit und unser Jetzt verschmelzen zu etwas Neuem ineinander. Es entsteht in diesem Moment, da wir ein gutes Gedicht lesen ein Drittes, das die Zeit aufhebt, denn wir werden es mitnehmen aus der Begegnung. Ein Gedicht kann uns verändern, es kann zumindest ein Bruchstück sein, aus dem sich ein Entschluss für die Zukunft in uns zusammensetzt. Gedichte zum Abschied sind also die Essenz der Essenz, haben sie doch das eben berührte Wesen jedes Gedichtes noch einmal in den Inhalt Abschiednehmen selbst eingeschmolzen.